f EcoBux – Kölner Design Preis

EcoBux

Die digitale Welt hat den Menschen und seine Wahrnehmung der Welt verändert. Apps und digitale Anwendungen bestimmen unsere Tagesabläufe – sie erziehen uns, ändern unser Verhalten. Doch welche Reize beeinflussen die Menschen, sodass sie ihr Verhalten nachhaltig verändern? Können diese Methoden dazu genutzt werden, um Menschen dazu zu bewegen sich politisch und ökologisch zu engagieren?

Der Klimawandel ist wahrscheinlich die größte Herausforderung, welche die Menschheit bewältigen muss. Der aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurs bekräftigt die Notwendigkeit einer zeitnahen Entwicklung von Lösungsansätzen. Der Designer steht in der Verantwortung sich mit diesen Herausforderungen zu befassen und Lösungen anzubieten.

Ziel meiner Arbeit ist es, „User Experience“ als Katalysator für nachhaltige und ökologische Verhaltensveränderungen zu nutzen. Dazu wurde der Begriff des „User Experience Designs“ in seiner gesamtheitlichen gesellschaftlichen Wirkung abgebildet. Durch die Betrachtung psychologischer und verhaltenstheoretischer Methoden soll ein holistisches Bild des User Experience Begriffs geschaffen werden. Abschließend habe ich aus den gewonnenen Erkenntnissen eine interaktive Anwendung gestaltet, welche den Nutzer zu langfristigem, ökologischem Handeln motiviert.

Die App „EcoBux“ nimmt sich dieser Herausforderung an. In der App kann der persönliche CO2- Fußabdruck nachverfolgt werden. Das automatisierte Tracking hilft dem Nutzer durch detaillierte Statistiken, problematische Aktivitäten zu erkennen und somit den CO2 -Fußabdruck zu reduzieren. Er erhält Informationen und Tipps, die ihm dabei helfen. Außerdem verdient der Nutzer entsprechend seiner eingesparten Menge an CO2 die fiktionale Währung EcoBux. Diese können flexibel in Geld oder Spenden umgewandelt werden. Der Nutzer entscheidet selbst, ob er sich selbst belohnen möchte, oder Klimaorganisationen zu unterstützen. Der Nutzer entscheidet selbst, ob er sich selbst belohnen möchte, oder Klimaorganisationen unterstützt. Durch den extrinsisch wirkenden Motivator bzw. die Belohnung beginnt der Nutzer seine Journey mit der App. Im Verlauf der Nutzung entwickelt er aber eine persönliche, intrinsische Motivation, die von innen wirkt. Hierdurch ist er schließlich bereit seine EcoBux zu spenden.

Im Rahmen der Arbeit wurde der Begriff User Experience vor dem Hintergrund psychologischer Muster und der sozialen Verantwortung des Designers erörtert. Hierdurch wurde ein umfassendes, holistisches Bild von UX geschaffen. Die Schlussfolgerungen aus dieser Erörterung lassen sich am besten mit den Worten des Designers Paul Rand zusammenfassen: „Everything is design. Everything!“. Durch die Interoperabilität der Systeme Design, Psychologie und der Gesellschaft sind die Möglichkeiten und ihre Auswirkungen nahezu unbegrenzt. Entsprechend groß ist die moralische Verpflichtung und Verantwortung, die ein Designer erfüllen und tragen muss. Um dieser moralischen Verpflichtung nachzukommen, wurden die gewonnenen Erkenntnisse auf Problemstellungen des aktuellen Diskurses des Klimawandels angewandt. Die in diesem Kontext entwickelte Applikation bietet eine Reihe von Lösungsansätzen an, die vom Konsumenten aus wirken. Die Größe und Komplexität der Menschheitsaufgabe des Klimawandels kann jedoch alleinig mit der entwickelten Applikation weder in seiner Gänze erfasst noch bewältigt werden. Weitere Lösungsansätze politischer- und wirtschaftlicher Natur sind geboten.